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Was kann Österreichischer Whisky?

Auf der Spur rot-weiß-roter Whiskypioniere
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Was kann Österreichischer Whisky?

Auf der Spur rot-weiß-roter Whiskypioniere

Auf der Spur rot-weiß-roter Whiskypioniere

20 Jahre Austro-Whisky

Selbst Whiskykenner beschäftigen sich kaum mit österreichischen Whiskies. Ja, die meisten Leute wissen nicht einmal, dass es Austro-Whisky überhaupt gibt. Dabei ist die Geschichte schon länger als 20 Jahre am Laufen. Genau genommen 23 Jahre, denn zwischen dem Brennen und Abfüllen müssen laut EU-Verordnung mindestens 3 Jahre Reifezeit im Fass liegen. Der erste heimatliche Whisky am Markt war 1998 der Orginal Rye J.H. aus dem Waldviertel. Mit drei Jahren ist das natürlich sehr jung für einen Whisky und hat geschmacklich nicht besonders überzeugt. Man muss aber bedenken, dass es sich nur die wenigsten leisten können, zehn Jahre auf ihr Produkt zu warten. Außerdem war das Know-how noch in den Kinderschuhen. Die Pioniere hatten es also nicht leicht. Nur zwei Jahre später brachte Reisetbauer seinen ersten Whisky heraus, der ebenfalls 1995 gebrannt wurde, aber zwei Jahre länger lagerte als der Brand aus dem Waldviertel. Nun ist doch einige Zeit vergangen. Was hat sich geändert? Wieviele Brennereien gibt es inzwischen und das Wichtigste: Wie schmeckt Whisky aus Österreich heute?

 

Österreichische Whiskybrenner heute

Man hat viel gelernt in den letzten 20 Jahren. Es entstanden neue Brennereien, die in der Austrian Whisky Association zusammengefasst sind. Immerhin vereint diese Organisation inzwischen zwölf heimische Destillerien. Dabei sind die Herangehensweisen oft sehr unterschiedlich. Die Privatbrennerei Broger aus Vorarlberg verarbeitet beispielsweise Riebelmais zu Whisky und veredelt den Brand in Süssweinfässern von Chateau d´Yquem, während man in der Steiermark bei der Brauerei Lava einen Bio-Whisky mit vulkanischem Grander-Wasser und Chardonnay-Fässer herstellt und im Waldviertel bei der Destillerie Rogner gar drei Getreidesorten in einem Whisky vereint. Obwohl Österreich ein kleines Land ist, unterscheiden sich die Geschmäcker also enorm. Im Fokus der medialen Aufmerksamkeit liegen die Produkte von Reisetbauer und Guglhof. Die berühmten Schnapsbrenner haben Whiskies als Nebenschiene auf den Markt gebracht und agieren inzwischen recht erfolgreich. Guglhof setzt dabei auf den Tauern Rogg, der aus Tauern Roggen gebrannt und anschließend vier Jahre in Sauternes Fässern reift. Reisetbauer aus Oberösterreich ist schon etwas weiter und bietet 7-, 12- und 15-jährige Single Malts an und dazu viele Sondereditionen und Abfüllungen. Der 15-jährige Whisky ist zugleich auch der älteste Österreichische Whisky am Markt. So und wie schmeckt nun Whisky aus Österreich? Vielleicht ist man noch nicht auf einer Höhe mit Schottland, kann man in dieser „kurzen“ Zeit auch nicht, aber durch die verschiedenen regionalen Unterschiede und innovativen Ansätze hat man jetzt schon eine Sonderstellung bei Whiskykennern.

 

Liste österreichischer Brennereien und Ihrer Produkte

  • Privatbrennerei Broger (Voralberg): Bourbon und Single Malts
  • Dachstein Destillerie (Salzburg): Single Malt (Rock-Whisky)
  • Waldviertler Granit Destillerie (Niederösterreich): Whisky aus Roggen, Gerste oder Dinkel
  • Brennerei Guglhof (Salzburg): Single Malt aus Tauernroggen
  • Whiskydestillerie J. Haider (Niederösterreich): Single Malts und Rye
  • Destillerie Keckeis (Vorarlberg): Single Malts
  • Achensee´r Edelbrennerei Kostenzer (Tirol): Single Malts, Grain- und Rye-Whiskies
  • Kuenz Naturbrennerei (Osttirol): Single Malts
  • Lava Bräu (Steiermark): Viele verschiedene Whiskies
  • Privatdestillerie H. Pfanner (Vorarlberg): Single Malt
  • Brennerei Pfau (Kärnten): Single Malt
  • Reisetbauer (Oberösterreich): Single Malts
  • Destillerie Rogner (Niederösterreich): Verschiedene Whiskies
  • Destillerie Weidenauer (Niederösterreich): Grain- und Malt Whiskies

Autor: Christian Messmer