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GIN – da ist Charakter drin!

Alles was man über Gin wissen muss

Alles was man über Gin wissen muss

Von schnöden Magentropfen zum edlen Bargetränk

Die Geschichte des Gins beginnt mit einem Missverständnis. Wie bei vielen Erfindungen ist der ursprüngliche Gedanke des Erfinders später in den Hintergrund getreten und etwas ganz anderes ist daraus entstanden. So auch beim Gin. Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelte der Mediziner Franciscus de la Boe Magentropfen auf Basis von Wacholder und Alkohol. Er gab seiner Kreation den Namen Genever. Doch aus dem vermeintlichen Pharmazeutikum wurde wegen des hohen Alkoholgehaltes ein beliebtes Getränk für Trunkenbolde. Umstritten ist, ob de la Boe wirklich der Erfinder des Genevers war, denn Alkohol wurde schon vor ihm gerne mit Wacholderbeeren gewürzt.

Fest steht, dass Genever aus Holland stammt und zu einer allseits beliebten Spirituose wurde. Der eigentliche Siegeszug des Getränks begann mit dem Krieg. Damals kämpften Engländer Seite an Seite mit Holländern gegen die Spanier, wodurch auch die englischen Soldaten auf den Geschmack des Genevers kamen. Diese brachten das Getränk in die Heimat mit und so wurde aus Genever der englische Gin. Dieser wurde bald sehr populär und durfte, als Unterscheidungsmerkmal zum Genever, nur aus englischem Getreide hergestellt werden. Billigproduzenten überschwemmten aber bald den Markt und das Getränk wurde bei den unteren Gesellschaftsschichten extrem beliebt, da schon bei geringen Mengen ein starker Rauschzustand einsetzte.

1727 war der Gin-Konsum in England so groß, dass er zu einem ernstzunehmenden Problem für die Gesellschaft wurde – diese Zeit wird auch Gin Craze genannt. 6 Millionen Engländer tranken damals etwa 22,5 Millionen Liter Gin pro Jahr. Allein in London gab es über 400 Gin-Destillerien, die sehr starken und aromaüberladenen Gin brannten und ihn teilweise sogar mit Terpentin versetzten. Kein Vergleich mit dem heutigen Getränk. 1740 lag der Tageskonsum der Engländer im Durchschnitt bei einem halben Liter Gin pro Tag! Um der steigenden Alkoholabhängigkeit und Verwahrlosung der Gesellschaft entgegenzuwirken, wurde Gin 1751 mit hohen Steuern belegt und das Destillieren nur mehr durch den Erwerb einer teuren Lizenz unter Auflage hoher Qualitätsanforderungen möglich. Durch diese Maßnahmen wurde Gin zu einer hochwertigen Spirituose und so kamen auch die oberen Gesellschaftsschichten auf den Geschmack.

Schon damals war Gin eine hervorragende Basis für jegliche Mixgetränke. Die englischen Truppen in Indien mischten Gin mit chininhaltigen Getränken, um Malaria vorzubeugen. Zusammen mit etwas Zucker und Soda entstand so der heute bekannte Gin Tonic. Ein Mix aus Gin und Angostura war bei britischen Marineoffizieren als Pink Gin sehr beliebt. Im späten 19. Jahrhundert wurde der London Dry Gin populär. Er wurde mit Wacholder, Zitronenschale, Bitterorange, Anis, Angelika, Safran, Koriander, Grapefruitschalen, Kubebenpfeffer und anderen Gewürzen hergestellt. Gin ist eng verbunden mit der Geschichte des Cocktails, sodass viele Cocktails Gin enthalten.

Was ist Gin und welche Unterschiede gibt es?

Gin ist ein klarer Branntwein, der durch Aromatisierung von Ethylalkohol entsteht. Ausschlaggebend für den Gin ist die Verfeinerung durch Wacholder. Dieser sollte die Hauptnote im Geschmack bilden, daneben dürfen aber auch andere Kräuter und Gewürze verwendet werden.

Gin muss einen Mindestalkoholgehalt von 37,5 % vol enthalten. Der sogenannte Compound Gin wird nur einmal destilliert und gilt als minderwertigere Variante. Folgt eine weitere Destillation der pflanzlichen Bestandteile, dann wird das Getränk als Distilled Gin bezeichnet.

Dabei kann man vier klassische Arten unterscheiden: Der trockene Dry Gin, der trockene London Dry Gin, der süßliche Old Tom Gin und der süßlich-würzige Plymouth Gin. In den letzten Jahren haben sich mit den New Western Dry Gins neue Gin-Arten entwickelt, die eine zusätzliche Aromanote verwenden, welche dem Wacholdergeschmack gleichgestellt ist. Genever (ausgeprägte Malznote) und Sloe Gin (likörartig) sind weitere Vertreter, die aber wegen Ihrer Herstellung nicht als klassische Gins gelten.

Gin macht Sinn – sowohl als purer Genuss, mit Tonic Water oder in einem erlesenen Cocktail.

Autor: Christian Messmer