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Barlegende Dean Martin

Direkt von der Bar auf die Bühne
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Barlegende Dean Martin

Direkt von der Bar auf die Bühne

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Vom Spaghetti zum King of Cool

Dino Crocetti, so der bürgerliche Name Dean Martins, wurde 1917 als zweiter Sohn armer italienischer Einwanderer geboren. Er sprach nach eigenen Angaben bis zum fünften Lebensjahr nur italienisch und tat sich mit dem Englischen lange schwer. Erst als er von seiner späteren Frau in den 1940er Jahren Sprachunterricht bekam, besserte sich sein Englisch. Nach Gelegenheitsjobs als Arbeiter in einem Stahlwerk, als Milchmann, als Kassier im Supermarkt, als Preisboxer und sogar als Alkoholschmuggler bekam er schließlich einen Job als Croupier in einem Casino und sang dabei am Spieltisch gerne mal laut vor sich hin. Freunde fanden das toll und ermutigten ihn schließlich es auch auf der Bühne zu versuchen. Nach ersten Gehversuchen als Amateur begann er schließlich 1939 mit seiner Karriere als professioneller Entertainer und sollte diese Karriere immerhin 52 Jahre beibehalten. Der große Durchbruch stellte sich ab 1946 in der zehnjährigen Zusammenarbeit mit Jerry Lewis ein. Viele Auftritte, Fernsehshows und Hollywoodfilme folgten und machten aus beiden Weltstars. Die Mischung aus Lewis Klamauk und seiner schmeichelnden Stimme war unschlagbar. Nach der Trennung von diesem Duo erlangte er als Solokünstler und vor allem mit dem Ratpack, zusammen mit Frank Sinatra und Sammy Davis Jr., Legendenstatus. Elvis Presley bezeichnete ihn einmal als „King of Cool“ und diesen Beinamen sollte er behalten. Apropos Namen: Den Künstlernamen Dean Martin machte er später amtlich zu seinem Namen. Er war drei Mal verheiratet und hatte sieben leibliche Kinder. Im Privaten war er, ganz entgegen seines öffentlichen Auftretens, ein sehr verschlossener Mensch, der am liebsten alleine war.

Der „Drunk Act“

Alkohol spielte bei seinen Auftritten immer eine Rolle. Es war damals eine Art Statussymbol der Coolness, wenn man mit einem Drink und einer Zigarette auf der Bühne stand. Martin kokettierte sehr stark mit diesem Image, das bald zu seinem Markenzeichen wurde. Das führte sogar zu einem Showact, dem „Drunk Act“, der fixer Bestandteil seiner Auftritte wurde. Dabei spielte er einen angetrunken Entertainer, der versuchte durch die Show zu führen. Angekündigt wurde der Act immer mit den Worten „And now the star of our show: Direct from the bar – Dean Martin“. Er spielte diese Rolle so überzeugend, dass viele Menschen glaubten er sei wirklich angetrunken. Undeutliche Aussprache, Orientierungslosigkeit, schwankende Bewegungen, angeheiterte Stimmung und Textunsicherheiten kamen bei den Leuten so gut an, dass er gar nicht anders konnte, als diese Rolle immer wieder zu spielen. Kollegen bestätigen, dass Martin aber diese Rolle wirklich nur spielte und auf der Bühne nie betrunken war, sondern nur Apfelsaft oder bestenfalls einen sehr verdünnten Scotch im Glas hatte. Alles sah bei Ihm ganz einfach und entspannt aus, so als würde er sich gar nicht anstrengen müssen. Jeder Mann wollte wie er sein und jede Frau wollte mit ihm sein.

Was trank Dean Martin wirklich?

Abseits der Bühne nahm Dean Martin aber doch gerne den einen oder anderen Drink zu sich. Von seiner bevorzugten Whiskymarke J&B verbrauchte er anscheinend 1000 Flaschen pro Jahr. Ob diese Aussage einfach nur ein Werbegag war, lässt sich heute nicht mehr nachprüfen. Jedenfalls wurde bei seinen Shows oft eine Bar auf der Bühne platziert und eine Flasche J&B stand dabei immer bereit um sein Whiskyglas nachzufüllen. Später stieg er auf Gin um und musste aufgrund einer Depression wegen des Todes seines Sohnes bei einem Flugzeugabsturz und seines unkontrollierten Alkoholkonsums Tourneen absagen. Seine Alkohol- und Nikotinsucht begann seine Gesundheit zu beeinträchtigen und er bekam Alzheimer und später Lungenkrebs. Er starb im Alter von 78 Jahren am 25. Dezember 1995.

Flame of love

Sein Lieblingscocktail überlebte aber den Tod. Dean Martin war 1970 viel im Chasen´s, einer Bar in Beverly Hills, anzutreffen und wollte einfach Mal etwas anderes als den immer gleichen Martini trinken. Bartender Pepe Ruiz servierte ihm seine Eigenkreation „Flame of love“. Diesen trank er fortan regelmäßig und als er Frank Sinatra einmal auf diesen Cocktail einlud, war dieser so beeindruckt, dass er eine Runde für die gesamte Bar bestellte. Keine einfache Aufgabe, denn der Drink ist relativ aufwendig in der Machart. Auf Anfrage kann man sich diesen Cocktail natürlich auch in Marks New York Bar mixen lassen. Die Zutaten:

  • 6 cl Wodka
  • Ein Schuss Fino Sherry
  • Karamellisierte Orangenschalen
  • 1 Orangenzeste
  • Eiswürfel

Die Zubereitung: Eine gekühltes Cocktailglas mit einem Schuss Sherry spülen und ausleeren. Dann nimmt man ca. eine 1/8 Orangenschale, hält ein brennendes Zündholz darunter und drückt die Orangenschale über dem Glas vorsichtig aus. Diesen Vorgang wiederholt man mit einigen Orangenschalen mehrere Male. So bedecken karamellisierte Orangenöle das Glas von innen. Nun wird der Wodka im Tumbler mit Eis gerührt bis er kalt ist und in das vorbereitete Glas abgeseiht. Mit einer Orangenzeste garnieren. Cheers Dean Martin! 😉

Autor: Christian Messmer