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Rum – von Melasse, Matrosen und Meutereien

Die dunkle Perle der Karibik
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Rum – von Melasse, Matrosen und Meutereien

Die dunkle Perle der Karibik

Die dunkle Perle der Karibik

Was man über Rum wissen sollte

Rum ist das Getränk der Seefahrer! Warum? Zu Kolonialzeiten, wir sprechen hier vom 17. Jahrhundert, waren alle großen Seefahrernationen in der Karibik vertreten. Franzosen, Spanier, Holländer und Engländer. Bei den langen Segelfahrten über den Atlantik war es üblich, dass den Matrosen täglich eine Portion Alkohol zugewiesen wurde, um die Stimmung an Bord zu heben. Ursprünglich wurden Bier oder Wein ausgeschenkt, aber im tropisch, schwülen Klima der Karibik wurde das Bier schlecht und der Wein schnell zu Essig. Was also tun? Aufgrund der hohen Zuckernachfrage in Europa bepflanzte man die Karibikinseln massiv mit Zuckerrohr, das hier hervorragende Wachstumsbedingungen vorfand. Bei der Produktion von Zucker aus Zuckerrohr fällt ein Abfallprodukt an – Melasse. Der träge Zuckersirup eignete sich wunderbar zur Herstellung eines Destillates. So wurde der Rum erfunden. Schon 1650 stellte die Royal Navy von Bier auf Rum um und die Seeleute und Soldaten sollten das neue Getränk lieben. War der Rum aus, so war eine Meuterei oft nicht mehr weit. Um die Seetüchtigkeit der englischen Soldaten nicht zu gefährden, wurde der hochprozentige Rum im Verhältnis 4:1 verdünnt ­– der Grog war erfunden! Dieser Brauch hielt sich bis 1970 in der englischen Navy. Der Rum-Blend nach dem originalen Rezept der Navy ist heute im Handel unter Pusser´s Rum erhältlich. Und was haben jetzt Piraten mit Rum zu tun? Nun ja, der Pirat mit der Buddel voll Rum ist nicht nur eine literarische Erfindung. Wasser in der Karibik war auf einem Schiff ein gefährliches Getränk, da es sich nicht lange hielt und meist nicht sauber war. Schwere Krankheiten und oft auch der Tod konnten die Folge von Wasserkonsum bedeuten. Mit Rum war man auf der sicheren Seite. Und zur Ehrenrettung der Piraten muss erwähnt werden, dass sie nicht den ganzen Tag über soffen, wie es in Filmen gerne dargestellt wird, sondern wie andere Seemänner auch hart arbeiten mussten.

Wie wird Rum gemacht?

Für die Herstellung von Rum wird Zucker aus Zuckerrohr fermentiert, der dabei entstandene Alkohol über einen Destillationsprozess konzentriert und danach in Holzfässern gelagert. Alles klar? O.k. wir versuchen es etwas anschaulicher: Zuckerrohr braucht ca. 12 Monate (oft auch etwas früher) um zu reifen. Die Stengel werden bei der Ernte abgeschnitten und anschließend gepresst, sodass der Zuckerrohr-Saft entsteht. Dieser wird entweder direkt vergoren und destilliert (Rum Agricole) oder vorher in ein Konzentrat eingearbeitet, dass eingekocht und haltbar gemacht wird und ebenfalls vergoren und destilliert werden kann. Die letzte Variante ist nötig um die Nachfrage zu befriedigen, da man sonst nur während der Erntezeit destillieren könnte. Die meisten Destillen arbeiten aber mit Melasse. Dabei sind noch einige zusätzliche Arbeitsschritte nötig. Nach chemischen Prozessen wird dem Zuckerrohrsaft durch Kochen bei niedrigen Temperaturen das Wasser entzogen und so entsteht die dickflüssige Melasse. Nach der Destillation ist Rum immer klar und farblos! Er bekommt seine dunkle Farbe nur durch die Lagerung in Holzfässern oder auch über die Zugabe von karamellisiertem Zucker, damit die Farbe konstant bleibt.

Wie trinkt man Rum?

Als Faustregel gilt: Weißer Rum eher für Cocktails und dunkler Rum pur. Wer Rum pur trinkt, sollte ein nach oben verjüngtes Glas ordern und keine Eiswürfel bestellen! Ein Tröpfchen Wasser kann ältere Rumsorten im Aroma nochmal richtig öffnen. Und jetzt stellt sich noch die Frage, wo man guten Rum trinken kann? Ein Geheimtipp in Sachen Rum ist Mark’s New York Bar in St. Georgen im Attergau. Der passionierte Barchef Markus Winzer hat sich hier seinen Lebenstraum erfüllt und serviert in der edlen Hotelbar ausgewählte Spirituosen und außergewöhnliche Cocktails. In der Bar findet man auch eine große Auswahl an Rum von allen karibischen Inseln. Auch aus Martinique, wo der Rum Agricole hergestellt wird. Rum ist in der Bar natürlich auch ein wichtiger Bestandteil von Cocktails und so einen Cocktail wollen wir nun vorstellen:

Rezept: Unexpected Pineapple Daiquiri

Die Zutaten:

  • 60 ml Pineapple infused Rum
  • 30 ml Limette
  • 20 ml Rohzuckersirup
  • 2 Tröpfchen Bergamottenessenz

Die Zubereitung: Alle Zutaten zusammen mit solidem Eis mindestens 10 Sekunden hart schütteln und in eine Coupette abseihen. Abschließend mit einer Limettenzeste garnieren.

Autor: Christian Messmer